Test - und Werbenoten – Ein Überblick
Aus dem Vortrag von Klaus-Dieter Grebhahn zur Versammlung des DGW e.V. am 28.4.2007
Anfang der 90er Jahre fand ich auf einem Trödelmarkt 2 Noten, mit denen ich zunächst nicht viel anfangen konnte. Die Aufschrift „Testschein“, der Name des Herstellers „De La Rue Garny“ und die Gestaltung ließen auf die Verwendung zu Test- und Werbezwecken schließen. Die Größe der Noten (150 x 75 mm bzw. 160 x 80 mm) und die Grundfarben (braun bzw. dunkelblau) entsprachen den Noten der 70er Jahre. (vergl. hierzu Rosenberg Nr. 265 und 272 bzw. Ro Nr. 266 und 273.) Die Noten wurden, wie ich später erfuhr, von der Bundespost Ende der 80er Jahre anlässlich der Einführung von Geldautomaten in einer großen Präsentation ausgegeben.
[Verlag für Numisbriefe Hans Worbes; Berlin; Liste Banknoten und Geldscheine 2006-1]
Abb. 1: Vorder- und Rückseite beider Noten
Testnoten mit der typischen Gestaltung der Vorderseite der Firma De La Rue Garny sind häufig zu finden. Es gibt aus den letzten Jahrzehnten mehrere Serien, die hier beispielhaft vorgestellt werden sollen:
Die 1. Serie aus den 70er Jahren besitzt keine Wertziffer, die Rückseite trägt Werbung. Die Abmessungen weichen von den Abmessungen der DM-Noten ab, was eine eindeutige Zuordnung damit nicht zulässt. Die 2. Serie aus den 80er Jahren ist mit Wertziffer versehen und Vorder- und Rückseite sind gleich. Die Abmessungen der kleinen Werte lassen sich den DM-Noten der 70er und 80er Jahre zuordnen, die größeren Noten weichen ab. Offensichtlich dienten diese Note der Vorführung von Banknotenbe- und Verarbeitungssystemen bei Messen und anderen Veranstaltungen. Da Sicherheitsmerkmale fehlen, erfolgte keine Echtheitsprüfung der Noten. Die 3. Serie, welche den DM-Noten der 90er Jahre zuzuordnen ist, besitzt zusätzlich einen roten Überdruck „TESTSCHEIN“. Diese Serie lässt sich aufgrund der Abmessungen und der farblichen Gestaltung („grüner 20er“, „blauer 100er“) eindeutig zuordnen.
Abb. 2: Noten von De La Rue Garny der sog. Serien I bis III
Zu Komplettierung der Aufzählung soll noch auf die Euro-Testnoten des genannten Herstellers hingewiesen werden. Die Abmessungen entsprechen denen der Euro-Noten.
Abb. 3: Euro-Note von De La Rue Garny
Test- und Werbenoten werden zu unterschiedlichen Zwecken hergestellt. Am bekanntesten und am häufigsten vorkommend sind solche Noten die, wie eben erläutert, auf Messen oder ähnlichen öffentlichen Veranstaltungen zur Vorführung von Banknotenbe- und Verarbeitungssystemen, wie Sortiermaschinen oder Geldautomaten, verwendet werden.
Charakteristisch ist die Nutzung dieser Noten auch als Werbeträger. Diese Noten können aus einfachem Papier bestehen und sind zum Teil auch nur einseitig relativ einfach bedruckt. Andere Hersteller bevorzugen aufwendigere Papiere und aufwendigere Darstellungen. Die Noten entsprechen in den Abmessungen den tatsächlichen Noten. Die Prüfung der Noten auf Sicherheitsmerkmale wird bei derartigen Präsentationen aus verständlichen Gründen nicht durchgeführt.
Testnoten werden, wie der Name schon sagt, zum Test oder der Justage von z.B. Geldautomaten eingesetzt. Ein typisches Beispiel der Verwendung zu Justagezwecken ist die Testsnote „ProCash 3100“ von Wincor-Nixdorf. Charakteristisch ist neben der schlichten Gestaltung die ausführliche Beschreibung aller Materialeigenschaften.
Abb. 4: Wincor-Nixdorf „Procash3100“
Am häufigsten anzutreffen sind Noten die beiden Zwecken dienen: der Präsentation technischer Einrichtungen und als Werbeträger. Ein Beispiel hierfür sind die Noten von PREMA. Die Abbildung auf der Vorseite weist auf den Euro hin, die Abmessungen entsprechen exakt den 20€- und 200€-Noten. Damit können, wenn auch nur mit 2 verschiedenen Noten, Geräte auf Messen vorgeführt werden. Die Rückseite träge die Firmenanschrift und kann auch für Notizen verwendet werden. Von diesen Noten gibt es 5 Varianten mit den verschiedenen Anschriften der Niederlassungen .
Abb. 5: PREMA
Auch dienen Werbenoten dazu, die Leistungsfähigkeit der Banknotenhersteller zu dokumentieren, also Werbenoten im eigentlichen Sinne: Eine der bekanntesten Noten für diesen Zweck ist die sogenannte BN2000 des renommierten Banknotenherstellers Giesecke & Devrient aus München. Die Note besteht aus Sicherheitspapier und trägt sehr viele Sicherheitsmerkmale wie Sicherheitssteifen, UV-aktive Komponenten, metallisierte Folien mit optischen Effekten, Prägungen, Wasserzeichen usw.
Abb. 6: BN2000
Diese Möglichkeiten nutzen auch die Hersteller von Banknoten- und Sicherheitspapier, so zum Beispiel die Papierfabrik Louisenthal, einer der führenden Hersteller von Banknotenpapier. Noten mit Sicherheitsmerkmalen sind nicht allzu häufig selten anzutreffen. Dem Sammler werden auf Börsen, Sammlermärkten oder ebay meistens die „einfacheren“ Testnoten begegnen.
Literatur: (Auswahl)
Mehlhausen, Grabowski: Handbuch Geldscheinsammeln, Gietl-Verlag Regenstauf 2004
Webseite Giesecke & Devrient: http://www.gi-de.com
Webseite Wincor-Nixdorf: http://www.wincor-nixdorf.com